Routinen aufbauen

Routinen aufbauen

Eine Routine baut man nicht über Nacht auf. Wie jede Veränderung braucht es Zeit, bis sie ein fester Bestandteil des Lebens wird. Aber wie baut man Routinen am besten auf?
Der Weg ist das Ziel
Beim Selbstmanagement gibt es verschiedene Lager – diejenigen, denen es wichtig ist, sich Ziele zu setzen, und diejenigen, denen der Weg zum Ziel wichtiger ist, als überhaupt ein Ziel zu haben.
Selbst habe ich von beiden ein bisschen. Ohne ein Ziel vor Augen zu haben, fällt es mir schwer, den Weg zu gehen – also die vielen kleinen Gewohnheiten aufzubauen, die schlussendlich zum Ziel führen. Hier muss ich selbst noch ein bisschen umdenken. Denn meistens setzt man sich große Ziele – fünfzig Kilo abnehmen, einen Marathon laufen, einen Roman schreiben –, die viel Zeit beanspruchen und nicht von heute auf morgen verwirklicht werden können. Aber es wird schwierig, am Ball zu bleiben, wenn man den Lohn für die ganzen Mühen erst in vielen Monaten oder gar Jahren erhalten wird.
Deswegen ist es wichtiger sich darauf zu konzentrieren, die optimalen Anfangsbedingungen zu schaffen, wenn man Gewohnheiten implementieren oder Routinen aufbauen will. Man muss es einfach machen, die Gewohnheit durchzuführen, und alle Hürden aus dem Weg räumen, die einen daran hindern könnten.
Um beim Beispiel Schreiben zu bleiben: Ich bereite abends schon auf meinem Schreibtisch alles vor, was ich brauche, um am nächsten Morgen mit dem Schreiben durchstarten zu können. Meine Notizen und Schreibwerkzeuge liegen da, wo ich schnell darauf zugreifen kann, und ich habe mir schon überlegt, was ich überhaupt schreiben will.
Ich hatte lange Zeit einen Laptop, den ich nur und ausschließlich zum Schreiben nutzte, und den ich morgens nur aufklappen musste. Inzwischen ist der einem neuen iMac gewichen, der hochfährt, während ich mir den ersten Kaffee des Tages mache  (für den Kaffee stelle ich abends auch schon alles bereit).
Die einzige Hürde, die ich noch nehmen muss, ist, tatsächlich aufzustehen, wenn der Wecker klingelt. 😉
Kleine Helfer
Ich bin ein sehr digitaler Mensch und habe mich auf der Suche nach der perfekten Unterstützung für mein Selbstmanagement auch unter den verschiedensten Apps umgesehen. Aber das wichtigstes Werkzeug, um sich Gewohnheiten anzueignen, gibt es auch analog: Den Kalender.
Die meisten von uns werden in ihrem Alltag einen Kalender nutzen, um sich wichtige Termine und Jahrestage zu notieren. Der amerikanische Comedian Jerry Seinfeld hat seinen Kalendar dafür genutzt, sich daran zu erinnern, jeden Tag einen neuen Witz zu schreiben und dadurch nach und nach besser in seinem Job zu werden. Sein Vorgehen war dabei ganz einfach: An jedem Tag, an dem er einen Witz geschrieben hat, hat er sich ein rotes Kreuz in den Kalender gemalt. Und nachdem die erste Reihe an Kreuzen da war, wollte er diese Kette nicht mehr brechen.
So funktioniert das mit vielen Gewohnheiten: Wenn man erst einmal eine kleine Kette an X aufgebaut hat, will man diese Strähne nicht mehr abbrechen. Je weiter man kommt, umso verbissener ist man, auch dabei zu bleiben. Man muss sich also nur die ersten zwei, drei Wochen wirklich bewusst anstrengen, danach reicht meist die Motivation, die roten X im Kalender nicht abbrechen zu lassen.
Wer das nicht in einem analogen Wandkalender tun will, kann dafür auch diverse Apps nutzen – wenn man nach Gewohnheitstracker sucht, findet man sie inzwischen zuhauf. Selbst habe ich die beiden Apps »Fabulous« und »Habit Minder« ausgiebig genutzt.
»Fabulous« bietet sich dabei an, wenn du generell gute Gewohnheiten aufbauen willst und nicht so recht weißt, wie du am besten anfängst. Die App führt dich nach und nach durch verschiedene Reisen, bei denen Morgen-, Mittags- und Abendroutinen aufgebaut werden.
»Habit Minder« ist freier gestaltet und du kannst dir ohne Input von außen die Gewohnheiten zurechtlegen, die du ausführen willst. Die App erinnert dich dann zu der von dir festgelegten Zeit daran, dass du die Gewohnheit ausführst.
Und meine Schreibroutine?
Die letzte Woche fiel mir die Umsetzung um einiges leichter.
Bis auf Montag bin ich jeden Morgen um sechs Uhr aufgestanden und habe mein Tagessoll geschrieben, ehe es zur Arbeit ging.
Und Montag hat aus dem schlichten Grund nicht funktioniert, dass ich Sonntagabend zu spät wieder Zuhause war – wichtiger als früh aufzustehen ist es mir, die acht Stunden Schlaf zu bekommen, die ich brauche, um richtig ausgeruht zu sein. Denn – worauf ich in einem späteren Beitrag noch einmal zurückkehren werde – ausreichender und erholsamer Schlaf ist essentiell wichtig, um produktiv arbeiten zu können.
Aber alles in allem war die letzte Woche ein großer Erfolg. Yeah!
Wie gehst du vor, wenn du dir Gewohnheiten aneignen willst?

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