Die Pawlowschen Hunde – Auslöser ausnutzen

Die Pawlowschen Hunde – Auslöser ausnutzen

 Jeder dürfte die Geschichte der Pawlowschen Hunde kennen: Durch ständige Wiederholung wurden sie darauf konditioniert, beim Klingeln einer Glocke Futter zu bekommen, sodass schlussendlich schon das Geräusch ausreichte, damit ihnen das Wasser im Mund zusammenlief. Dieses Prinzip lässt sich auch nutzen, wenn man sich bessere Gewohnheiten aufbauen will.

Die Macht des Rituals

Das bekannte Beispiel der Pawlowschen Hunde illustriert sehr gut die Macht, die Ritualen innewohnt. Daher sind Rituale sehr gut dazu geeignet, sich neue Gewohnheiten anzueignen.
Ein Ritual entsteht dadurch, dass man zwei (oder mehr) eigentlich unabhängige Handlungen wieder und wieder miteinander koppelt. Einige Beispiele:
– Jedes Mal, wenn man sich einen Kaffee holt, macht man zehn Kniebeugen.
– Jedes Mal, wenn man joggen geht, startet man vorher seine Lauf-Playlist.
– Jedes Mal, wenn man auf Toilette geht, schenkt man sich danach ein neues Glas Wasser ein, bevor man sich wieder an den Schreibtisch setzt.
Nachdem man zu Beginn Willenskraft aufbringen musste, setzt nach und nach die Konditionierung ein und man macht etwas automatisch.

Die Fallstricke

Hier besteht die große Gefahr, dass man sich nur in der Lage sieht, eine Handlung in Verbindung mit seinem Auslöser auszuführen. Das man zum Beispiel das Gefühl hat, nur schreiben zu können, wenn man vorher einen bestimmten Tee getrunken, eine Duftkerze angezündet oder ein bestimmtes Lied gehört hat.
Deswegen sollte man bei Auslösern, die einem beim Aufbau einer flexiblen Schreib- oder Arbeitsroutine helfen sollen, darauf achten, dass diese Auslöser nicht an bestimmte Orte oder Gegenstände gebunden sind, sodass man sie auch ausführen kann, wenn man aus dem Alltag gerissen wird. (Das dürfte auch ein Grund sein, warum Routinen im Urlaub häufig nicht ausgeführt werden – man wurde aus seiner gewohnten Umgebung gerissen und hat zum Teil die Kontrolle verloren.)
Man könnte den Übergang in die »Schreibzone« zum Beispiel mit einer kurzen Meditation, ein paar Atem- oder Dehnübungen verbinden, die man leicht und ohne Hilfsmittel an jedem Ort ausführen kann.
Welche Rituale habt ihr in euren Alltag integriert?

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